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Wie geht Einkaufen in der Zukunft?
Seamless Commerce
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Müssen wir Einkaufen neu lernen?

Das Web sprengt sich selbst – zumindest, wenn man das engmaschige WWW-Synonym »Netz« in Relation zu den neuesten Entwicklungen der digitalen Welt setzt. Künftige Trends und Digital-Standards entfesseln sich zugunsten ganz neuer Freiheiten und Anwendungsoptionen. Kein Zufall also, dass auch Multi- und Omnichannel-Strategien im E-Commerce die Ketten der Gewöhnlichkeit abwerfen, um zum vielversprechenden Ruf der Zukunft anzusetzen. Der Zeitstrahl wachsender Möglichkeiten bündelt sich einmal mehr und erhellt die Welt des Einzelhandels mit einem beispiellosen Spektrum intuitiver Ressourcen-Nutzung.

Auf den Spuren des Einkaufserlebnisses.

Rogers, Arkansas, USA. Wir schreiben das Jahr 1962. Hinter uns zieht sich ein Rückstau tuckernder Impalas, Pontiacs, Dodges und Cadillacs bis in den Horizont, während sich vor unseren Augen die Fläche des weitläufigen Parkplatzes füllt. Dahinter unübersehbar: das ausladende Gebäude mit der magischen Beschriftung »Wal-Mart«. Rund zwanzig Jahre nach Sam Waltons ersten Gemischtwarenladen ohne kategorische Einschränkungen, findet sein Konzept an diesem milden Julitag bei 26 Grad eine erste Maxime. Das gut besuchte Walmart-Debüt hat zwar nur ein Fünftel der heutigen Superstore-Fläche zur Verfügung, lockt aber bereits mit 22 Abteilungen, die einen Einkauf mit Happy End versprechen. Angebote von Dosenbohnen für den Vorratsschrank bis hin zu Ohrringen für die Damenwelt schaffen zum ersten Mal das Erlebnis eines »nahtlosen« Einkaufs. Was zuvor in einzelnen kleinen Geschäften besorgt werden musste – oder in der Kleinstadt gar nicht erst besorgt werden konnte – wandert hier im gemütlichen Schlendergang in die geräumigen Einkaufswagen. Und das zu Bestpreisen!

Das Schlaraffenland im eigenen Garten.

Beim Lauschen der zufriedenen Kundenstimmen zwischen den mannshohen Gängen wird deutlich, dass Walmart-Gründer Sam Walton in origineller Umsetzung einen weiteren gewinnbringenden Faktor erkannte: den des Standorts. Rogers ist zu dieser Zeit eine kleine Stadt mit rund 6000 Einwohnern, deren Einkaufsmöglichkeiten sich auf eine mehr oder weniger lebendige Hauptstraße konzentrieren. In Perspektive gesetzt ist die Eröffnung eines riesigen Discount- Stores in unmittelbarer Nähe also gleichbedeutend mit der Entdeckung des Schlaraffenlands im eigenen Garten.

Möglichkeiten neuer Grenzenlosigkeit.

Doch es ist nicht nur das Geburtsjahr der permanenten Verfügbarkeit preiswerter Konsumgüter. 1962 findet auch die erste TV-Übertragung via Satellit statt. Rund um den Globus versammeln sich Millionen von Menschen vor dem Fernsehgerät, um von Berlin aus die Freiheitsstatue, von Moskau aus den Eiffelturm oder von New York aus die Stahl-Hochöfen des Ruhrgebiets zu bewundern. Einige Breitengrade weiter westlich greift die Universität von Hawaii sieben Jahre später die Möglichkeiten neuer Grenzenlosigkeit auf und schafft, um die Hochschulbereiche auf den verschiedenen Inseln zu verbinden, das erste WLAN-Netzwerk der Geschichte.

»flottes Laufwerk«.

Aller visionären Kraft, die man den 1980ern zuschreibt, zum Trotz: Die Zukunft des E-Commerce beginnt also bereits in einer Dekade, in der man mit dem Ausspruch »flottes Laufwerk« noch schöne Beine meint und nicht von leistungsfähigem IT-Zubehör spricht. Zugänglichkeit, Kundennähe, dynamische Preise, Digitalisierung und Grenzenlosigkeit bilden die Grundpfeiler, die seit den 1960er Jahren dafür gesorgt haben, dass all unsere Bedürfnisse sich zunehmend im digitalen Alltag widerspiegeln können. Wer den Blick nach hinten wagt, dem erscheint der Vorwärtsgang nicht mehr allzu rasant. Die letzten Unkenrufe verhallen zwar nicht ganz ohne Echo, doch der Mensch von heute und der von morgen stehen sich so nahe wie nie. Gemeinsames Ziel ist eine Zukunft gänzlich neuer Perspektiven im Prisma eines nie dagewesenen Megatrends für den Handel: Seamless Commerce.

Spielball oder Spielführer?

Seamless Commerce erleichtert in seiner Realisierung einmal mehr den Umgang mit Technologie. Die starren Vorstellungen von Web und Device weichen weiter auf, je mehr beide Elemente mit einem dritten Faktor verschmelzen: uns selbst. Einhergehend mit anderen Errungenschaften, wie z.B. der Shy Tech oder den Chatbots und Künstlichen Intelligenzen, sorgt Seamless Commerce für ein immersives Kundenerlebnis. Der stationäre Handel findet im E-Commerce somit nicht länger eine bloße Erweiterung von Produktangeboten und Absatzmöglichkeiten. Beides fusioniert zu einer Customer Experience, von der die Protagonisten so mancher Science-Fiction-Mär nur träumen können.

Apps, Tablets, Beacons & Co.

Entdeckt der Verbraucher in den Sozialen Medien etwa ein Objekt seiner Kaufbegierde, kann er dieses via App und Co. digital anprobieren, mit nur wenigen Klicks ordern und noch am selben Tag in Empfang nehmen. Auch stationäre Shop- Systeme setzen Mobile Devices nicht länger im Hintergrund in Szene. Tablets, Touchscreens und Co. werden zur zentralen Quelle kundenorientierter Produktauswahl sowie zum Dreh- und Angelpunkt eines effizienten Kundenservice. Dabei ersetzen im Shop platzierte Tablets oder Beacons, die mit dem Smartphone des Kunden kommunizieren, nicht etwa die Beratung vor Ort. Sie bringen Kunden und Verkäufer, die bislang auf zwei oppositionelle Seiten des Handelsvorgangs beschränkt waren, auf Augenhöhe. In der Ergänzung durch digitale Services kann der Kunde z.B. verschiedene Modellvarianten in Augenschein nehmen, Preise vergleichen oder sich, etwa bei Mode, durch Kombinations- und Styling- Möglichkeiten online zum Kauf inspirieren lassen.

Mehr als »Onlineshopping per Mausklick«.

Und mehr als das: vom heimischen Sofa aus muss der Kunde der Zukunft sich nicht länger auf Onlineshopping per Mausklick beschränken. Durch die Technologie der Conversational Sales werden Kunden via Plattform und Devices wie Smartphone, Tablet oder Google Glasses direkt in das stationäre Ladengeschäft »versetzt« und können im Austausch mit dem Personal alle individuell relevanten Fakten sprachlich und visuell abfragen.

Technologien des Smart Home.

Während die Hausfrau im Arkasas der 1960er-Jahre mit sternenden Augen im Eingangsbereich des ersten Walmarts ihre Entscheidungsfreude zugunsten konsumorientierter Zerstreuung ziehen ließ, entscheiden wir künftig wieder selbst, was wir wo kaufen und wie sehr uns ein Angebot oder Unternehmen dabei beeinflussen und ablenken darf. Immer leistungsfähigere Suchfunktionen im Onlineangebot eines Unternehmens helfen dabei, einen spezifischen Einkauf vorzubereiten, den wir offline abschließen oder, nach Prüfung der Ware, andernorts fortsetzen bzw. von Neuem angehen. Dash Buttons, die den Bestellvorgang eines speziellen Produkts oder die Wiederholung eines vorangegangenen Einkaufs per Knopfdruck ermöglichen, unterstützen ebenfalls den gezielten Erwerb von Lieblingsprodukten. Wer sich dem Management des Nachschubs für den eigenen Haushalt ganz entziehen möchte, kann auf die Technologien des Smart Home setzen, wo bspw. der eigene Kühlschrank oder eine App die Bestände von Lebensmitteln und Haushaltswaren im Blick behält und ggf. eigenständig nachordert.

Unbeschwertes Einkaufen auf der Überholspur.

Vom Seamless Commerce erhofft sich unser Autor Timo Heß endlich eine Innovation, um notwendige Einkäufe in Sekundenschnelle per Gedankenübertragung zu erledigen, damit er noch mehr Zeit zum Schreiben hat. Grundsätzlich gilt bei ihm: er kann nicht anders, als es anders zu machen. Der freie Autor, Texter und Hobby-Literaturwissenschaftler sprengt mit Leichtigkeit und Freude am Neuen die intellektuellen Grenzen jedweden Genres. Das Ergebnis sind Texte, die zum Frühjahrsputz der Sichtweisen herausfordern – am besten im gedanklichen Winter! Und bei allem wissenschaftlichem Eifer dürfen auch die schönen Seiten unseres Alltags nie außer Acht gelassen werden. Für Timo Heß gilt: Mitten im Leben muss ein Texter stehen! Von da aus geht es mit der Lupe in der Hand in die Welt der neuesten Digitalisierungs-Trends.

Kontaktloses Bezahlen im Vormarsch.

Ganz neu beleuchtet werden im Zuge dieses Speed Shopping die Bezahlmöglichkeiten. Kontaktloses Bezahlen ist auf dem Vormarsch und nimmt bereits heute in immer mehr Unternehmen seinen Platz ein. Beim Seamless Commerce der Zukunft muss der Kunde aber nicht einmal mehr seine Kredit- oder Bankkarte bemühen. Per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung laufen Bezahlprozesse über Sensoren in Sekundenschnelle ab.

Individual Pricing.

Auf der Unternehmerseite ist das Individual Pricing ein Element des Seamless Commerce, das bei der unabhängigen Preisgestaltung bisherige Grenzen überwindet. Hier werden dem Kunden oder Klienten etwa individuelle Rabatte eingeräumt, deren Höhe und Gültigkeitszeiträume auf verschiedensten Datenquellen basieren (wie den Kaufgewohnheiten oder speziellen Ereignissen im Leben). Alternativ hilft der Kunde den Anbietern selbst dabei, ihre digitale Reichweite zu erhöhen. Einen Snack beim Foodcounter um die Ecke bar bzw. elektronisch bezahlen oder das Angebot stattdessen in den Sozialen Medien teilen – solche Szenarien werden unser Konsumverhalten künftig effektiv mitgestalten.

Hand in Hand: revolutionäre Liefermöglichkeiten voraus.

Seit den Legionen üppig gefüllter Papiertüten, die in den Armen zufriedener Walmart-Kunden den erfolgreichen Abschluss des Einkaufserlebnisses illustrierten, galt die beladene Einkaufstasche als eine Art Statussymbol. Wem das Taschenschleppen beim stationären Einkauf lästig ist, shoppt künftig entspannt im Laden, bezahlt zuhause online und sieht seine Ware am selben Abend oder Folgetag seine Ware an der Wohnungstüre wieder. Dem Liefermonopol von Postund Paketdienstleistern setzt sich die Möglichkeit entgegen, seine Ware von anderen Kunden desselben Geschäfts nach Hause bringen zu lassen, wofür der »Lieferant« z.B. wiederum eine Einkaufsgutschrift erhält. Freiberufliche Taxifahrer oder selbstständige Lieferfahrer auf dem E-Bike stellen ihre Dienste zur Verfügung und profitieren von eigenen Umsätzen oder Prozenten beim Einkauf im involvierten Unternehmen.

Seamless Commerce als erholsamer Einkauf.

Auch wenn Einkaufen noch immer die Beschaffung bestimmter Waren oder Dienstleistungen im Tausch gegen Geld meint – der Aspekt der »Beschaffung« schwindet beim Seamless Commerce merklich zugunsten des reinen Einkaufserlebnisses. Ohnehin geben Verbraucher in aktuellen Umfragen an, Shopping als eine Form von Wellness zu verstehen. Seamless Commerce kommt dem Bedürfnis nach einem erholsamen Einkauf mit facettenreichen Technologien schließlich nach.

Die nahtlose Zukunft in vielen Formen.

Sam Walton gilt mit seinem Walmart-Konzept bis heute als Pionier. Doch Geschichte schrieb der innovative Unternehmer nicht allein weil er bedürfnisorientierte Angebote zu flexiblen Preisen bei hoher Qualität unter den sprichwörtlichen Hut brachte. Walton war vor allem in Puncto Kundenerlebnis ein Vorreiter. Während Walmart mit Reitschulen und Melonenbergen seine Kunden in Staunen versetzte, überholt die nächste Digitalisierungswelle auch die Vorstellungen, Ansprüche und Bedürfnisse modernster Kundenorientierung noch einmal ganz neu. Mit dem Seamless Commerce wagt die Welt des On- und Offline- Handels den Sprung in ein neues Zeitalter. Die Customer Journey wird dabei zu einer Reise, die direkt hinein führt in eine Zukunft der Selbstbestimmung, in der Technologie und Gesellschaft in nie dagewesenem Ausmaß voneinander profitieren.

Alles nur Zukunftsmusik?

Ganz gleich, ob Sie beim Seamless Commerce als Pionier ganz eigene Wege beschreiten wollen oder Ihr Unternehmen langfristig in eine lebendige Zukunft kundennahen Verkaufens bringen möchten: Unsere Experten helfen Ihnen dabei, die Customer Experience Ihrer Zielgruppe zeitgemäß und effizient zu gestalten. Individuelle Marketing-Lösungen und kreatives Prospecting und Retargeting bringen Ihr Unternehmen dabei auf Position und machen aus der Zukunftsmusik des Seamless Commerce greifbare Realität auf beiden Seiten des Bildschirms.

Über Timo Hess.

Vom Seamless Commerce erhofft sich unser Autor Timo Heß endlich eine Innovation, um notwendige Einkäufe in Sekundenschnelle per Gedankenübertragung zu erledigen, damit er noch mehr Zeit zum Schreiben hat. Grundsätzlich gilt bei ihm: er kann nicht anders, als es anders zu machen. Der freie Autor, Texter und Hobby-Literaturwissenschaftler sprengt mit Leichtigkeit und Freude am Neuen die intellektuellen Grenzen jedweden Genres. Das Ergebnis sind Texte, die zum Frühjahrsputz der Sichtweisen herausfordern – am besten Mitten im gedanklichen Winter! Und bei allem wissenschaftlichem Eifer dürfen auch die schönen Seiten unseres Alltags nie außer Acht gelassen werden. Für Timo Heß gilt: Mitten im Leben muss ein Texter stehen! Von da aus geht es mit der Lupe in der Hand mitten hinein in die Welt der neuesten Digitalisierungs-Trends.

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